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Kirchen heizen und lüften - Kurzfilme

 

 

Wie heizt man eine Kirche richtig?

»Die Orgel braucht 17 Grad! - Durchgehend! Hat der Orgelbauer gesagt!« So oder so ähnlich klingen häufig die Aussagen, wenn man sich in Gemeinden erkundigt, wie die Kirche temperiert wird. Doch ist das richtig? Welche Anforderungen werden wirklich gestellt? Und was heißt das für die Kirchenheizung und ihre Regelbarkeit?

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Wie lüftet man eine Kirche richtig?

Die warmen Frühlingstage sind nach dem langen Winter immer heiß ersehnt. Wenn die Sonne endlich wieder für angenehme Außentemperaturen sorgt, sind viele Gebäude aber immer noch recht kalt. Doch nun gleich alle Türen und Fenster aufzumachen, um schnell die Frühlingswärme hineinzulassen und die muffige Winterluft zu vertreiben - das ist nicht die richtige Methode. Das schadet meistens mehr, als dass es nützt.

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Mit freundlicher Genehmigung des Bistums Hildesheim

Temperierung von Kirchen

Elektrische Unterbankheizungen sind für die kurzzeitige Beheizung während der Gottesdienste geeignet, nicht für die Dauertemperierung.

Das Beheizen von Kirchen ist immer ein Sonderfall. Die Behaglichkeit, der Bautenschutz, der Erhalt von Kunstgegenständen und Orgel sowie der Energieverbrauch sind in einem Spannungsfeld, in dem für jede Kirche ein eigener Kompromiss gefunden werden muss. Die angepasste Heizstrategie hängt von der zukünftigen Nutzungsintensität und der baukulturellen Wertigkeit ab. Die Bauabteilung und das Klimaschutzmanagement raten zu diesen Eckpunkten:

  • Für den Erhalt von Kunstgegenständen, der Bausubstanz und der Orgel ist nicht die Temperatur maßgeblich, sondern die relative Feuchtigkeit. Es ist eine möglichst konstante relative Feuchte zwischen 45-65 % anzustreben. Die Änderungen der relativen Feuchte sollten 30% im Jahr und 10% während eines Tages nicht überschreiten. Daher ist Regelung der Heizung und/oder einer Lüftung über Feuchtefühler oft zweckmäßig.

  • Es ist keine Grundtemperierung nötig, wenn nur selten zu Nutzungszeiten aufgeheizt wird oder bei einem auf Strahlungswärme basierenden Heizsystem, welches die Wärme auf die Nutzerinnen und Nutzer konzentriert.  Dies ist zum Beispiel bei elektrischen Unterbankstrahlern oder Infrarotheizungen der Fall. Auf den Feuchtehaushalt ist laufend zu achten. Ein Frostschutz ist sicherzustellen.

  • Bei Grundtemperierung mit einer zentralen Heizungsanlage wird während der benutzungsfreien Zeit eine Raumlufttemperatur von 8°C angestrebt. Bei Kirchen mit einer Temperatur unter 8°C ist es wichtig, auf die relative Feuchte im Jahresverlauf zu achten, so dass keine Feuchteschäden entstehen. In kritischen Zeiten wie im Frühjahr oder Herbst sowie bei intensiver Nutzung sollte die Temperatur dem Feuchtehaushalt angepasst werden.

    Als Nutzungstemperatur hat sich in vielen historischen Kirchen 12°C bewährt. Mehr als 16°C sollten nicht erreicht werden. Jedes Grad mehr bei der Höchsttemperatur führt zu deutlich mehr Heizenergie und führt zu höhere thermischer Spannung und Austrocknung von Bauteilen. Bei größerem Wärmebedarf (Krabbeldecken, Kanzelboden, Orgelsitzplatz) empfehlen sich zuschaltbare Heizfolien/-teppiche oder Paravents. 

  • Eine Zeit- und Temperatur gesteuerte und in Kirchen mit hoher baukultureller Wertigkeit auch Feuchte-abhängige Regelung trägt sowohl zum Bautenschutz als auch zum Energiesparen erheblich bei und sollte daher installiert werden.

  • Elektroheizungen in Kirchen sind nicht zur Dauertemperierung ausgelegt. Sie sollten in der Regel nur während Nutzungszeiten geschaltet werden.

  • In Kirchen, besonders in solchen mit einer hohen baukulturellen Wertigkeit (Wandmalereien, Orgel, etc.) soll sich die Temperatur möglichst langsam ändern, nicht mehr als 0,5 bis 1,5 ° Celsius pro Stunde

  • Die Zuluft-Temperatur bei Warmluftheizungen sollte 45° Celsius nicht überschreiten.

  • Als Alternative zu Warmluftheizungen sollten Systeme geprüft werden, die auf Strahlungswärme basieren.

  • Die Aufenthaltsqualität bei niedrigeren Temperaturen kann durch Angebote wie Sitzkissen, Wolldecken, warme Kleidung oder das Vermeiden von Zugluft gesteigert werden.

  • Die sogenannte Winterkirche, das Nutzen des Gemeindesaales oder eines anderen geeigneten Raumes während der Wintermonate ist oft eine gute Lösung, um Energiekosten zu sparen.

    Dieses Merkblatt als pdf.

     

Hier bekommen Sie weitere Informationen zur Temperierung von Kirchen:

 

Beheizung von Kirchen - Vortrag Dipl.-Ing. Bernd Ehrhardt, Bauabteilung der Prot. Landeskirche, Februar 2015

Kirchenheizung - Vortrag Jakob Köllisch, Heizungsfachmann, Neustadt/Weinstraße    

Kirchenheizungen - Vortrag Dipl.-Ing. Bernd Ehrhardt, Bauabteilung der Prot. Landeskirch, 2010, mit textlichen Erläuterungen

Tauwasserproblematik - Informationen von Dipl.-Ing. Bernd Ehrhardt, Bauabteilung der Prot. Landeskirche

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