Home

Adresse

Arbeitsstelle Frieden und Umwelt, Tel. 0 62 32 / 67 15 0, info@nospamfrieden-umwelt-pfalz.de

Servicenavigation

Europawahl 2019

Im Mai 2019 finden wieder Europawahlen statt.

Die Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa haben hierzu eine Pressemeldung herausgegeben.

 

 

"Friedensprojekt Europa retten!"

Im Vorfeld der EU-Wahlen im Mai 2019 rufen diverse europäische Organisationen und Kirchen dazu auf, das "Friedensprojekt Europa" zu retten.

Falls Sie den Aufruf unterstützen und auch unterzeichnen möchten:

https://info.brot-fuer-die-welt.de/blog/eu-wahlen-aufruf-friedensprojekt-europa-retten

Buch "Leben im Anthropozän"

Buch-Neuerscheinung:

Brigitte Bertelmann, Klaus Heidel (Hrsg.):
Leben im Anthropozän.
Christliche Perspektiven für eine Kultur der Nachhaltigkeit.
352 Seiten, oekom verlag München, 2018
Preis: 20.00 €

Wir leben im Anthropozän – denn der Mensch ist zu einem geologischen Faktor geworden.Signatur dieses neuen Abschnitts der Erdgeschichte ist die Verletzung der planetarischen Grenzen durch den Menschen. Dies bedroht das gegenwärtige Leben auf der Erde und nicht zuletzt die menschliche Zivilisation selbst. Hiervon sind zuallererst Arme und Ausgebeutete in aller Welt und vor allem in den Ländern des Südens betroffen. Daher stellt sich im Anthropozän die alte Gerechtigkeitsfrage in neuer Schärfe und neuer Gestalt.

Um drohendes Unheil abzuwenden, ist ein systemischer Wandel jener Gesellschafts- und Wirtschaftsweisen erforderlich, die den Globus dominieren. Wir brauchen eine Kultur der Nachhaltigkeit, die den Mut hat zu einer »kulturellen Revolution« (Papst Franziskus). Für die erforderliche sozialökologische Transformation aber gibt es keine Blaupause. Wege zu ihr müssen gesucht werden – und bei dieser Suche sind Religionsgemeinschaften unentbehrlich. Auch die christliche Theologie und die Kirchen können entscheidend zum Gelingen dieser Suche beitragen. Dies wird im Anthropozän zu einer Hauptaufgabe der Kirchen.

Der neue Sammelband, der vielfältige Aufsätze von 23 Autorinnen und Autoren bietet, will dazu beitragen, dass Kirchen dieser Verantwortung gerecht werden. Entstanden ist der Band im Rahmen des Ökumenischen Prozesses „Umkehr zum Leben – den Wandel gestalten“.

Das Buch kann gerne bei unserer Arbeitsstelle erworben werden.


Zahl der minderjährigen Rekruten bei der Bundeswehr ist rückläufig

Osnabrück (epd). Die Bundeswehr hat im vergangenen Jahr deutlich weniger minderjährige Rekruten eingestellt als in den Vorjahren. 2018 seien insgesamt 1.679 Soldatinnen und Soldaten eingestellt worden, die bei Dienstantritt noch nicht volljährig waren, berichtete die "Neue Osnabrücker Zeitung" (14.1.2019) unter Berufung auf Zahlen des Bundesverteidigungsministeriums. Dies sei ein Rückgang um etwas mehr als 20 Prozent gegenüber dem Rekordjahr 2017, als die Truppe mit 2.128 so viele Minderjährige wie noch nie ausgebildet habe. Der seit fünf Jahren anhaltende Aufwärtstrend sei damit erstmalig gestoppt.

Nach dem Absolvieren ihrer sechsmonatigen Probezeit seien 60 Prozent der 17-jährigen Rekruten volljährig gewesen. Der Anteil der Minderjährigen an den insgesamt 20.012 eingestellten Soldaten sei 2018 im Vergleich zum Vorjahr von 9,1 auf 8,4 Prozent gesunken. Laut Bundesverteidigungsministerium habe sich die Einstellungspraxis nicht geändert.

Der Wehrbeauftragte des Bundestages, Hans-Peter Bartels (SPD), begrüßte die rückläufige Entwicklung: "Der Trend geht in die richtige Richtung." Die Einstellung von Minderjährigen in der Bundeswehr müsse die Ausnahme bleiben.

Nach Ansicht der Linken im Bundestag hat die öffentliche Kritik zu dem Rückgang geführt. Der Kinder- und Jugendpolitische Sprecher der Linken-Fraktion, Norbert Müller, forderte in der "Neuen Osnabrücker Zeitung" einen generellen Anwerbestopp für Minderjährige, weil der Jugendschutz in einer Kaserne nicht gewährleistet sei.

Bewerber für die Bundeswehr müssen mindestens 17 Jahre alt sein, die Zustimmung der Eltern haben und eine sechsmonatige Probezeit absolvieren. Die 17-Jährigen sind nicht so einsetzbar wie andere Soldaten, sie dürfen weder für den Wachdienst eingeteilt werden noch an Auslandseinsätzen teilnehmen und Waffen nur zu Ausbildungszwecken benutzen.

 

10 Jahre Friedensbeauftragter

Herr Renke Brahms ist seit 10 Jahren Friedensbeauftragter der EKD, siehe Pressemeldung

 

 

Asyldebatte

Die Aktion Sühnezeichen Friedensdienste und die Bundesarbeitsgemeinschaft Kirche + Rechtsextremismus (die Arbeitsstelle Frieden und Umwelt ist dort Mitglied) warnen vor Abschottung und Rassismus in der Asyldebatte und haben hierzu eine Pressemeldung herausgegeben.

 

 

Friedensnobelpreis 2018

Zur Verleihung des Friedensnobelpreises 2018 hat die AGDF eine Pressemeldung herausgegeben.

 

 

 

Donnerstags in Schwarz

Worum es bei der Kampagne "Donnerstags in Schwarz" geht, können Sie dem Flyer entnehmen.

 

 

 

Bundeswehreinsatz in Syrien

Die Stellungnahme der Arbeitsstelle Frieden und Umwelt zum Bundeswehreinsatz in Syrien finden Sie hier.

EKD-Friedensbeauftragter kritisiert Bundeswehr-Nachwuchswerbung

Der Friedensbeauftragte der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Pastor Renke Brahms, kritisiert die nach seinen Worten „aggressive“ Nachwuchswerbung der Bundeswehr. Nach den jüngsten Medienberichten über Ferien-Camps für Jugendliche sei das das Maß für ihn voll, so Brahms heute in Bremen. Es sei keine Frage, alle Unternehmen und gesellschaftlichen Institutionen müssten perspektivisch Strategien gegen den Fachkräftemangel entwickeln. Er stehe jedoch auf dem Standpunkt, dass Jugendliche über alle Aspekte eines Berufsbildes informiert werden sollten, damit sie eine unabhängige Entscheidung treffen könnten. Immerhin handele es sich dabei um eine Entscheidung, die sich auf das gesamte weitere Leben erheblich auswirke.

„Es ist nicht seriös“, so Brahms, „wenn die Bundeswehr Minderjährige anspricht und ihnen den Beruf des Soldaten als Abenteuerurlaub schildert“. So gehe sie aber vor, wenn sie 16-jährigen Schulabgängern systematisch Werbung per Post zuschicke oder ihnen in den sozialen Medien Abenteuer-Camps verspreche. „Ich habe mit zahlreichen Eltern gesprochen, die – wie ich finde zu Recht – verärgert sind, dass ihren Kindern ungeprüft vermeintlich verlockende Karrierechancen angeboten werden. In dem Rekrutierungsmaterial geht es um guten Verdienst, Aufstiegsmög­lich­keiten und Führungsverantwortung. Nur am Rande oder gar nicht ist von Auslandseinsätzen die Rede, vom Töten oder der Gefahr für das eigene Leben und die seelische Gesundheit ganz zu schweigen.“

Deutliche Kritik übte Brahms am jüngsten Werbevideo der Bundeswehr. „Krieg und Auslandseinsätze als Party in der ‚coolen Berghütte’ zu tarnen und für diese Marketingaktion auch noch eine Medienpartnerschaft mit einer verkaufsstarken Jugendzeitschrift einzugehen, finde ich geschmacklos und auch in puncto Datenschutz äußerst fragwürdig. Es gibt ein paar Dutzend Plätze, aber eine Flut von Rückmeldungen. Auf diesen Kontakten zu interessierten Jugendlichen kann die Bundeswehr dann aufbauen.“

Der EKD-Friedensbeauftragte fordert die Bundeswehr dazu auf:

  • Die Rekrutierung Minderjähriger per Post, Facebook usw. oder mit Schulungs-Offizieren grundsätzlich einzustellen.
  • In ihren Informationsmaterialien die verpflichtenden Auslandseinsätze und deren mögliche Folgen klar zu benennen.
  • Die Adressdaten aller nach Medienberichten 800 an den „Adventure-Camps“ interessierten Jugendlichen aus ihren Systemen zu löschen.
  • Keine Medienpartnerschaften mit Magazinen, Hörfunk­sendern usw. einzugehen, die sich an Minderjährige richten.

Auch an die öffentliche Verwaltung richtete der EKD-Friedensbeauftragte einen Appell: „Die Bundeswehr versendet systematisch Werbematerial über öffentliche Rechenzentren, wo es dann mit den Daten der Meldebehörden versehen wird. Diese Post erhalten Familien ungewollt, es sei denn, Sie haben eine Datenübermittlungssperre beantragt und selbst diese wird zukünftig wenig nützen, sollte das umstrittene Meldegesetz in Kraft treten. „Dies ist ein Privileg, das ich bedenklich finde. Ferner können Lehrer an öffentlichen Schulen Jugend­offiziere einladen und Schulungsmaterial der Bundeswehr verwenden. Diese Materialien sind einseitig und aufwändig aus Steuermitteln finanziert. Friedensinitiativen können da nicht mithalten. Eine ausgewogene Meinungsbildung der Schülerinnen und Schüler über die Chancen und Risiken einer Bundeswehr-Karriere, die eben mehr ist als der Umgang mit faszinierender Technik und eine schicke Uniform, ist so nicht möglich. Wir als Kirche setzen uns für eine aktive Friedens­erziehung und eine kritische politische Bildung in den Schulen ein.“

(Pressestelle der Bremischen Evangelischen Kirche, 24.09.2012)

Schulen kooperieren mit Netzwerk Friedensbildung Rheinland-Pfalz - Vereinbarung für breitere politische Bildung unterzeichnet

Am 15. August 2011 wurde in Mainz die bundesweit erste Friedensbildungs-Kooperationsvereinbarung zwischen einem Bildungsministerium und einem Netzwerk von Friedensorganisationen unterzeichnet. Den Text der Vereinbarung und weitere Informationen finden Sie auf der neu eingerichteten Homepage des Netzwerks Friedensbildung Rheinland-Pfalz, dem auch unsere Arbeitsstelle Frieden und Umwelt angehört.

http://netzwerk-friedensbildung-rlp.de

Rheinland-pfälzische Kooperationsvereinbarung Kultusministerium - Bundeswehr

Am 25. Februar 2010 hat das Ministerium für Bildung, Wissenschaft, Jugend und Kultur des Landes Rheinland-Pfalz mit dem Wehrbereichskommando II der Bundeswehr eine Kooperationsvereinbarung abgeschlossen, die aus friedenspädagogischer Sicht zahlreiche Fragen aufwirft. Die folgende Stellungnahme weist auf grundlegende Defizite der Vereinbarung hin:

Anmerkungen zur Kooperationsvereinbarung zwischen dem rheinland-pfälzischen Kultusministerium und dem Wehrbereichskommando II der Bundeswehr (25.02.2010)

1. Die Kooperationsvereinbarung steht in deutlicher Spannung zum Rundschreiben „Friedenserziehung in der Schule“, das 1992 von der damaligen Kultusministerin Dr. Rose Götte erarbeitet wurde. Darin wird als Schritt zur „Verwirklichung einer Friedenskultur“ die plurale Auseinandersetzung mit Friedensfragen gefordert und die Einladung von Sachverständigen aus dem „Gesamtfeld der Friedenssicherungsaktivitäten“ empfohlen (was ausdrücklich auch die Vertreter von Kriegsdienstverweigerer- und Zivildienstorganisationen einschließt).

2. Schon lange haben die Jugendoffiziere der Bundeswehr weitgehende Möglichkeiten, „sicherheitspolitische Aufklärung und Information“ an Schulen zu leisten. Dazu bedürfte es keiner zusätzlichen Kooperationsvereinbarung. Neu ist, dass die hauptamtlichen Jugendoffiziere die sicherheitspolitischen Vorgaben des Verteidigungsministeriums und ihre „Erfahrungsteilhabe an der Institution Bundeswehr“ nun auch in die Ausbildung von Referendarinnen und Referendaren einbringen sollen. Ob diese Einbindung von Militärvertretern auch die examensrelevanten Teile der Lehrerausbildung betreffen soll, lässt die Kooperationsvereinbarung offen – dies wäre eine besonders sensible Fragestellung für Referendare, die zur großen Gruppe der anerkannten Kriegsdienstverweigerer gehören.

3. Probleme der Friedensgestaltung werden in unserer Gesellschaft kontrovers diskutiert. Für ein demokratisches Bildungsverständnis ist es daher unerlässlich, dass im Unterricht die Bandbreite der unterschiedlichen Positionen im Originalton zu Wort kommt. Schülerinnen und Schüler erhalten so die Möglichkeit, eine reflektierte, eigenständige Stellungnahme zu entwickeln. Eine mehr als problematische Engführung schulischer Bildung wäre es, wenn Fragen von Friedenspolitik und Konfliktbearbeitung einer militärpolitischen Deutungshoheit unterstellt würden.

4. Damit den Erfordernissen von pluraler Meinungsbildung und friedenspädagogischer Orientierung Rechnung getragen wird, reicht es nicht aus, dass Jugendoffiziere militär- oder kriegskritische Positionen möglicherweise selbst mit in die schulische Diskussion einbringen. Zu drängend und zu zahlreich sind die Fragen, zu deren Entfaltung auch die Vertreter alternativer friedenspolitischer Orientierungen zu hören sind. Themen, die hier nicht ausgeblendet werden dürfen, sind u.a. die Folgen deutscher Rüstungsexporte und -produktion, die diskussionsbedürftige Rolle unseres Bundeslandes als Drehscheibe weltweiter Militäreinsätze, das Missverhältnis zwischen den staatlichen Ausgaben für militärisches Handeln und zivile Konfliktvorsorge, der Vorrang der zivilen Konfliktprävention vor militärischer Intervention, die immer weniger konsensfähige Aufrechterhaltung der allgemeinen Wehrpflicht… Statt Lernenden die Brille des Verteidigungsministeriums zu verordnen, hat die staatliche Bildungsaufsicht hier die Pflicht, ihnen zur eigenständigen Auseinandersetzung mit den angesprochenen Problemfeldern zur verhelfen.

5. Zum jetzigen Zeitpunkt lässt die neue Kooperationsvereinbarung Kultusministerium-Bundeswehr eine Vernachlässigung elementarer Grundsätze befürchten, die für Bildung in einer pluralen Demokratie und für die friedenspädagogische Orientierung schulischen Lernens unverzichtbar sind. Diese Sorge bleibt bestehen, solange der privilegierte Zugang militärischer Vertreter zu den Bildungseinrichtungen unseres Landes nicht ergänzt wird durch Kooperationsvereinbarungen mit gesellschaftlichen Institutionen, die sich der zivilen Konfliktbearbeitung widmen (z.B. Entwicklungsdienste, Entsendeorganisationen für Friedensfachkräfte, Einrichtungen der Friedensforschung).

Speyer, den 26.02.2010
Pfarrer Friedhelm Schneider
Leiter der Arbeitsstelle Frieden und Umwelt
der Evang. Kirche der Pfalz

Minderjährige zur Bundeswehr? Eine Problemanzeige

StartseiteKontakt | Impressum  Copyright 2014 Ev. Mediendienst, Speyer