Rückschau und Zukunftsbilder der Arbeitsstelle
Tätigkeitsbericht für die Synode auf die Jahre 2024 und 2025
Einen Einblick in die geleistete Arbeit und die Zukunftsbilder der Arbeitsstelle Frieden und Umwelt gewinnen Sie mit diesem Tätigkeitsbericht. Unter dem Blickwinkel, wie sich gesamtkirchliche Arbeit in Zukunft aufstellen kann, beleuchten wir abgeschlossene Projekte, benennen zentrale Herausforderungen der Gegenwart für Kirche und Gesellschaft und stellen Thesen für Zukunftsbilder für die Kirche auf. Dies aus der Perspektive unserer Themenfelder Frieden und Schöpfung.

Foto: Sonja Klingberg-Adler

Pfälzer Kirchentag
Lebendig - spirituell - unter freiem Himmel
Wir sind dabei auf dem Pfälzer Kirchentag am Sonntag, 28. Juni 2026 in Otterbach:
12.00 Uhr Kurzer Impuls und Gespräch mit dem Friedensbeauftragten Gregor Rehm rund um die Themen:
- Fragebogen der Bundeswehr
- Neuer Wehrdiesnt
- persönliche Gewissensbildung
- Kriegsdienstverweigerung
Ort: Mehrgenerationenhaus, Kirchstr. 1
12.30 Uhr, 13.30 Uhr und 14.30 Uhr (speziell für Familien) Mini-Pilgerwege in die Otterbacher Wiesen und Wälder,
Treffpunkt: Unser Stand am Markt der Möglichkeiten.
Max. 20 Teilnehmer*innen
14.00 Uhr Lesung mit Anna Böck
Anna Böck, Autorin von „Ausgeschöpft – Glaube in der Klimakrise“ https://www.lehmanns.de/shop/geisteswissenschaften/76618238-9783761570654-ausgeschoepft
Das Wetter wird extremer, Naturkatastrophen häufen sich, das Artensterben schreitet voran und die planetaren Grenzen sind nicht nur ausgereizt, sondern größtenteils schon überschritten. Das Ökosystem Erde steht vor dem Kollaps. Die Klimakatastrophe war nie Glaubenssache: Wir befinden uns mittendrin, ob wir daran glauben oder nicht. Glaubenssache ist allerdings, was wir in, mit und gegen diese Weltlage machen, was wir erleben, fühlen und ertragen – davon ist Pfarrerin, Klima-Aktivistin und seit kurzem Kaiserslauternerin Anna Böck überzeugt. Was bedeutet diese katastrophale Lage für unseren Glauben? Hat Gott uns angesichts der hoffnungslosen Aussicht noch etwas zu sagen? Wie kann Glaube uns tragen? In kurzen Texten liest sie aus ihrem neuen Buch und sucht mit den Zuhörenden nach einer Welt, in der sie leben wollen.
Moderation: Harry Dinges
15.15 Uhr Friedensethik in unserer zeit - Ist der christliche Pazifismus am Ende?
Die aktuellen Kriege stellen auch die christliche Friedensethik vor neue Fragen: Müssen wir angesichts von Ukraine, Gaza, Iran und globaler Aufrüstung unsere Haltung zu Gewalt und Pazifismus neu überdenken? Der Vortrag führt in die Friedensethik der Evangelischen Kirche in Deutschland ein und stellt das Leitbild des „gerechten Friedens“ vor, das die EKD in ihrer neue Denkschrift "Welt in Unordnung - gerechter Friede im Blick" herausarbeitet. Dabei geht es um die zentrale Frage: Hat der christliche Pazifismus heute noch eine Zukunft – oder gerade jetzt eine neue Bedeutung?
Moderation: Jan Mohring
Ort: Grundschule, Klassenzimmer 1, Ziegelhütterstr. 12
16.00 Uhr Podiumsdiskussion zu Naturspiritualität
Was berührt die Seele von Menschen heute? Welche Formen von Spiritualität sprechen an – jenseits klassischer Kirchen-Räume und Gewohnheiten? Und wie kann sich Kirche weiterentwickeln, um diese Sehnsucht aufzugreifen? Bei dieser Podiumsdiskussion möchten wir gemeinsam erkunden, wie Naturspiritualität Menschen berührt, welche Chancen sie für kirchliche Praxis bietet, wo ihre Grenzen sind und welche Impulse daraus für die Zukunft entstehen können.
Auf dem Podium diskutieren:
- Jan Frerichs – bundesweit bekannt durch „Barfuß und Wild“, franziskanische Lebensschule
- Mirjam Skubski – „Wald und Spirit“, Prot. Kirchenbezirk Neustadt, Gemeindediakonin für Naturspiritualität
- Markus Jäckle – Oberkirchenrat der Evangelischen Kirche der Pfalz
Moderation: Lena Vach (Öffentlichkeitsarbeit der Evangelischen Kirche der Pfalz)
Alle Interessierten, Suchenden und Engagierten sind eingeladen mitzudenken, mitzudiskutieren und neue Perspektiven zu entdecken. Wir sind gespannt auf die unterschiedlichen Blickwinkel und Sichtweisen!
18.00 Uhr Räume des Friedens offenhalten - Begegnungen in Israel und Palästina
Eine Kirchendelegation der Pfalz war auf einer intensiven Reise in Israel und Palästina unterwegs. In einem Vortragsformat berichten wir von Begegnungen mit Menschen vor Ort, von persönlichen Geschichten und Eindrücken. Im Mittelpunkt stehen dabei nicht politische Bewertungen oder ein festgelegtes Narrativ, sondern das, was uns erzählt wurde: Erfahrungen von Glauben, Hoffnung, Resilienz und Widerstand ebenso wie Angst und Alltagssorgen. Die Veranstaltung möchte Einblicke geben in vielfältige Perspektiven und hörbar machen, was Menschen in dieser Region bewegt.
Der Vortrag lädt dazu ein, die Reise der Delegation nachzuvollziehen, Eindrücke zu teilen und miteinander ins Gespräch zu kommen.
Kirchendelegation:
- KP Dorothee Wüst
- OKR Markus Jäckle
- Pfarrerin Anja Behrens
- Pfarrer Andreas Kuntz
- Pfarrerin Meredith Schellhaas
- Gregor Rehm (Friedensbeauftragter)
- Florian Riesterer (Öffentlichkeitsarbeit)
Musik: Prof. Laux
Leitung: KP Dorothee Wüst
Ort: Prot. Christuskirche, Kirchtalstr. 4
12.00 - 18.00 Uhr Stand auf dem Markt der Möglichkeiten
Der Stand dreht sich rund um die Themen Pilgern und Naturspiritualität: Webrahmen mit Naturmaterialien bauen, Inspiration mit Materialien, Schöpfungszeit-Kalender und Postkarten für eigene Pilgerwege und Spaziergänge mit Impulsen zu Naturspiritualität, Einladung zum Gespräch mit gesunden Snacks.
Eine Zusammenarbeit der Arbeitsstelle Frieden und Umwelt, des Instituts für kirchliche Fortbildung und des Missionarisch-Ökumenischen Dienstes

„Glasarche“ im Biosphärenreservat Bliesgau
Von Orgelmeditation zu Abendlob in der Bliesaue
Im Zeitraum vom 25. August bis 02. November 2026 wird die neun Meter lange Skulptur „Glasarche 3“ in der Biosphäre Bliesgau zu Gast sein. Sie wird in Schwarzenacker am Skulpturenweg hinter dem Römermuseum ankern. In diesem Zeitraum wird der Skulpturenweg zum Veranstaltungsort. Ein vielfältiges Programm wird in diesem besonderen Landschaftsraum mit Themen Schöpfung, Spiritualität, Kultur, ökologischer Gerechtigkeit und zum Gesellschaftszusammenhalt für alle Generationen angeboten. Lassen Sie sich von einem Spaziergang zur Glasarche und über den Skulpturenweg inspirieren oder nehmen Sie an den Veranstaltungen teil.
Alle Veranstaltungen finden Sie auf der Webseite der kath. Pfarrei Heilige Familie, die Initiator und Leiter des ökumenischen Projektes ist. Weitere Projektpartner, wie die Arbeitsstelle Frieden und Umwelt, sind dabei. Nähere Informationen können Sie auch dem Flyer entnehmen.
Alle Hintergründe zum Projekt Glasarche und vorherige Standorte finden Sie auf den Seiten des Leihgebers, dem Landschaftspflegeverein mittleres Elstertal e.V.

Kurs "Misch Dich ein!"
Kursdauer: 3. September 2026 - 3. Juni 2027
Unsere Welt ist in Aufruhr: ständige Schreckensnachrichten beschäftigen viele Menschen und lösen Gefühle von Ohnmacht aus. Gleichzeitig gibt es weltweit Gegenbewegungen: Menschen und Organisationen, die sich für eine gerechte und zukunftsfähige Welt einsetzen. Wer sich in diese Bewegung einklinken mag, der ist bei dem Kurs "Misch Dich ein!" genau richtig.
Alle weiteren Informationen gibt es im Flyer.
Bei Fragen können Sie sich gerne an Sibylle Wiesemann wenden: sibylle.wiesemann@evkirchepfalz.de

Wald und Spirit – Wir sind Kirche im Pfälzer Wald
Dieses ökumenische Projekt dreht sich um neue Formen naturverbundener christlicher Spiritualität. Die beiden neuen Stelleninhaberinnen Mirjam Skubski (Prot. Dekanat Speyer) und Christine Mootz (Bistum Speyer) werden dazu Angebote entwickeln, für Einzelne und auch gerne in Zusammenarbeit mit Kirchengemeinden. Grundüberzeugung ist, dass die Bewahrung der Schöpfung und die Suche vieler Menschen nach Sinn und Spiritualität zu den zentralen Herausforderungen und Chancen unserer Zeit gehören. Im Rahmen des Formats „waldwärts“ laden sie einmal monatlich für etwa 2 Stunden durch den Wald und haben dabei Phasen der Stille, Elemente des Austauschs, Körperwahrnehmungsübungen und einen einfachen Impuls. Die Termine hierfür und nähere Informationen erhalten Sie auf https://www.wald-und-spirit.de/

Mit den Kirchenwahlen 2026 neue Energiebeauftragte gewinnen
Werden Sie Energiebeauftragte*r! Wir brauchen Sie!
Gestalten Sie Klimaschutz ganz konkret mit, in Ihrer Kirchengemeinde! Schon einfache Maßnahmen können den Energieverbrauch senken, die Gemeindekasse entlasten und einen Beitrag zum Klimaschutz und zur Friedenssicherung leisten. Fachwissen ist dafür nicht erforderlich – Schulungen, Beratung und praktische Unterstützung erhalten Sie von der Arbeitsstelle Frieden und Umwelt. Bringen Sie Ihre Ideen und Ihr Engagement ein und helfen Sie mit, Kirche und Zukunft nachhaltig zu stärken. Karin Busch macht es vor: Dank ihrem Engagement spart die Kirchengemeinde Landau 7.000 Euro Energiekosten pro Jahr ein und entlastet das Klima.
Mit diesen zwei Flyern erhalten Sie einen Einblick in die wichtige Arbeit der Energiebeauftragten:

Foto: Sibylle Wiesemann
Plant Ihre Kirchengemeinde eine Photovoltaik-Anlage?
Dann noch bis Ende 2026 umsetzen!
Derzeit bereitet die Bundesregierung die Novellierung der Gesetze rund um Erneuerbare Energien vor. Der Arbeitsentwurf des Ministeriums sieht erhebliche Änderungen des Erneuerbare-Energie-Gesetzes vor, die die Rahmenbedingungen der Wirtschaftlichkeit von NEUEN kirchlichen Photovoltaik-Anlagen erheblich verschlechtern würden.
Die neuen Regelungen sind noch im Abstimmungsprozess, sind also noch nicht fix. Dennoch:
Wenn Sie in puncto Förderung sichergehen möchten, sollten Sie ihr Photovoltaik-Projekt noch 2026 umsetzen!
So ist für Neuanlagen ab 2027 im Ministeriumsentwurf unter anderem vorgesehen:
- Abschaffung der festen Einspeisevergütung, insbesondere für Anlagen kleiner als 25 kW, wie sie häufig für kirchliche Dächer vorgesehen sind. Auch Betreiber kleinerer Anlagen sollen in Zukunft gezwungen werden, ihren Strom eigenständig über den Markt zu verkaufen, was zusätzlichen Verwaltungsaufwand bedeuten kann.
- Wegfall des Volleinspeise-Bonus. Dies ist gerade für PV-Anlagen auf kirchlichen Gebäuden ein Einschnitt, da in Gemeindehäusern und Kirchen häufig nur wenig Sonnenstrom selbst verbraucht wird. Bisher sind reine Einspeiseeinlagen bei Häusern mit geringem Stromverbrauch oft wirtschaftlich.
- Verpflichtende Messeinrichtung für Fernsteuerbarkeit auch für kleine Anlagen, was die Installationskosten erhöht.
Es sind gerade auch Anlagen auf kirchlichen Gebäuden, die dann nicht mehr wirtschaftlich sind. Zum Beispiel eine Anlage mittlerer Größe, 20 kWp auf einer Kirche mit kaum Eigenverbrauch. Mehr zum Ministeriumsentwurf hier: https://www.dgrv.de/news/arbeitsentwurf-zur-eeg-novelle-2027-bekannt-geworden/
Für Sonnenkraftwerke, die noch in diesem Jahr installiert und angeschlossen werden, bleibt es bei der bisherigen Einspeisevergütung über 20 Jahre. Im Frühling 2026 sind dies:
- Bei reiner Einspeisung: 12,35 Cent/kWh bis 10 kW; 10,35 Cent/kWh bis 30 kW
- Bei Eigenverbrauch und Einspeisung: 7,79 Cent/kWh bis 10 kW; 6,74 Cent/kWh bis 30 kW
Für jedes Kalenderjahr kann der Betreiber zwischen den Betriebsweisen Volleinspeisung und Überschusseinspeisung mit Eigenverbrauch wählen. Dies ist gerade vor dem Hintergrund der kirchlichen Gebäudeprozesse von Vorteil.
Natürlicher Klimaschutz in Kommunen
Förderprogramm
Mithilfe von Bundesfördermitteln unterstützt die Evangelische Kirche der Pfalz ihre Kirchengemeinden und Einrichtungen dabei, Bäume und Sträucher zu pflanzen und zu erhalten. Auch in Ihrer Gemeinde!
Mit dem neuen Förderprogramm können über 200 Bäume und viele Meter Hecke gepflanzt und gepflegt sowie alte Bäume in ihrem Wachstum unterstützt werden. Die Förderquote beträgt 80 Prozent, so dass der Eigenanteil der Einrichtungen und Gemeinden bei 20 Prozent liegt. Gemeinden werden beraten und bei der Umsetzung unterstützt.
Mehr dazu hier
