Temperierung von feuchten Kirchen

Ergebnisse von 2025 zeigen: Automatische Lüftung funktioniert!

Studie zur Prot. Kirche Breitfurt
Der Energiebeauftragte Dr.-Ing. Klaus Reifarth stellt in einer Studie von 2023 und einer Präsentation von 2025 vor, wie die Feuchtigkeit in der Prot. Kirche Breitfurt mit wenig Energieverbrauch reduziert werden kann. Die Herausforderung in Breitfurt: Eine hohe Luftfeuchtigkeit hat zu Schimmel im Gebäude und zu Korrosions-Schäden an Drahtzügen in der Orgel geführt. Die Kirche ist nicht beheizt, außer bei Gottesdiensten und Konzerten. Lüften durch Klappfenster hat über Jahre nicht die Feuchte gesenkt. Klaus Reifarth hat ein Messprogramm entwickelt und Lösungen berechnet, um die Ursache zu ermitteln und um Abhilfe zu schaffen. Über ein Jahr von Februar 2022 bis März 2023 hat er Feuchte und Temperatur der Luft und von Bauteilen stundengenau gemessen und ausgewertet. Seine Lösungsvorschläge sind für viele feuchte Kirchen sehr interessant und auf andere Kirchen mit ähnlicher Situation übertragbar.

Diese Lösungen wurden mit einer Simulationsrechnung untersucht:
1. Automatische Lüftung mit Abluftventilator und gesteuerten Klappfenstern bei einer ständigen, geringen Beheizung der Kirche nur um 1 Grad über der Außentemperatur
2. Ständige Beheizung auf eine stabile Grundtemperatur mit weiterhin manueller Lüftung
3. Automatische Lüftung mit Abluftanlage, jedoch ohne zusätzliche Beheizung

Die dritte Lösung, die automatische Lüftung mit einer Abluftanlage ohne zusätzliche Beheizung, erfüllt die Senkung der Raumluft-Feuchte ohne Einschränkung. Die Lüftungsanlage ist seit November 2024 optimal eingestellt. Bis Juli 2025 liegen Messwerte vor: sie bestätigen das Absenken der relativen Feuchte im Kirchensaal auf das tolerable Niveau unterhalb der Grenze, bei der sich noch Schimmel bilden kann. Die Auswertungen, das technische Konzept, Kosten und Grundlagen einer Auslegung einer Entfeuchtungs-Anlage sind in einer Präsentation zusammen gestellt. Der Feuchte-Austrag ist während aller kalten Monate sichergestellt, so dass sich eine relative Feuchte deutlich unter dem Bereich der Schimmelbildung einstellt und erhalten bleibt. Die Empfehlungen, die je nach örtlicher Situation, auf andere Kirchen mit ähnlicher Problematik übertragen werden, können in der Studie nachgelesen werden.
Downloads:
Studie von August 2023
Präsentation von August 2025

 

 

Energetische Sanierung in Ludwigshafen-Gartenstadt

Der Sakralraum im Gemeindezentrum der Elisabeth-Kirchengemeinde Ludwighafen-Gartenstadt muss mittelfristig aufgegeben werden. Bis dahin soll es noch gut genutzt werden. Jedoch musste die Warmluftheizung wegen Asbestbelastung kurzfristig außer Betrieb genommen werden, auch waren die Heizkosten sehr hoch.
Die Gemeinde hat also eine Lösung gesucht, die kurzfristig umsetzbar ist und deren Investitionen auch bei einer Nutzung von wenigen Jahren zu rechtfertigen sind.
Mit viel ehrenamtlichem Engagement wurde eine Lösung gefunden und umgesetzt, die diese Kriterien erfüllt: mit elektrischen Konvektoren und einer gezielten Steuerung.
Mehr dazu können Sie der Präsentation entnehmen.

 

 

Sonnenstrom, Holz, Wärmedämmung: Klimaschonende Kita Haßloch

Die prot. Kita Paulusheim in Haßloch hat in alten Mauern ein modernes, nahezu klimaneutrales Zuhause. Mit einer Kombination von effizienter Gebäudetechnik, Sonnenstrom, Pellets und Wärmedämmung belastet der Gebäudeunterhalt nach der Sanierung das Klima kaum noch. Auch das Gemeindezentrum Pauluskirche wird regenerativ beheizt, denn die neue Heizung versorgt die beide benachbarten Gebäude.
Mit diesen Bausteinen ist die Kita nahezu klimaneutral:
- Wärmedämmung von Fassade und Dach sowie neue Fenster
- effiziente Warmwasserbereitung und Wärmeverteilung
- LED-Beleuchtung
- Photovoltaik-Anlage
- Pellets-Kaskadenheizung für die Kita und das Gemeindezentrum
Auch der Innenraum ist saniert: Neue Bäder, Türen, Böden und Wandanstriche schaffen eine förderliche Spiel- und Arbeitsatmosphäre. Die Innenausstattung ist hell und freundlich.
Die energetische Sanierung ist ein Baustein für die Umsetzung des Integrierten Klimaschutzkonzeptes des Ev. Kirche der Pfalz. Dieses Projekt wird als Vorbild für Kindergärten mit einer ähnlichen Bauweise dienen, denn die Konstruktion ist typisch für viele Kitagebäude der Zeit.
Das Bundesumweltministerium förderte das Projekt über zwei Programme: Die Gesamtsanierung als "Ausgewählte Maßnahme" im Rahmen des Klimaschutzmanagements und die LED-Beleuchtung als "Investive Klimaschutzmaßnahme" der Nationalen Klimaschutzinitiative.