Projekt Käferkarawane

Die Käferkarawane ist losgezogen. Kirchengemeinden der Ev. Kirche der Pfalz bekommen Unterstützung um die Artenvielfalt auf ihren Außenflächen zu fördern. Eine Projektstelle begleitet Einrichtungen dabei, Artenschutzvorhaben auf ihren Grundstücken umzusetzen und dies mit Bildung und Sensibilisierung für Natur- und Artenschutz zu verknüpfen.
Alle Kirchengemeinden im rheinland-pfälzischen Teil unserer Landeskirche können sich um eine finanzielle Förderung für Maßnahmen zur naturnahen Pflege und Gestaltung ihrer Außenanlagen bewerben. Es sind Zuschüsse für konkrete Vorhaben von jeweils maximal 4.800 Euro möglich.

Das rheinland-pfälzische Umweltministerium fördert das Projekt "Käferkarawane – Artenvielfalt in Kirchengemeinden" im Rahmen der "Aktion Grün" mit 80 Prozent. Die übrigen 20 Prozent tragen die Kirchengemeinden, wobei die Arbeitsstunden von Ehrenamtlichen angerechnet werden können. Das Projekt läuft noch bis Frühjahr 2025. Bis dahin müssen alle Maßnahmen abgeschlossen sein.

Interessierte Gemeinden können sich an die Arbeitsstelle Frieden und Umwelt wenden und erhalten dort nähere Informationen.
Zwanzig Gemeinden haben bisher einen Antrag gestellt, um Flächen rund um Kirche und Gemeindehaus ökologisch aufzuwerten. Vierzehn Projekte wurden bisher bereits umgesetzt. Die Landschaftsplanerin und Gärtnerin Désirée Winkler berät und begleitet die Gemeinden bei der Umsetzung. Sie berichtet von ihren ersten Eindrücken in Limburgerhof, Pleisweiler-Oberhofen und Nußbach und etlichen mehr: „Mich beeindruckt das Engagement der Ehrenamtlichen, die sich in ihrer Gemeinde für Natur- und Artenschutz einsetzen möchten. Gemeinsam entwickelten wir Ideen, wie z.B. die Anlage einer freiwachsenden Hecke als Lebensraum, Sichtschutz vor einem Parkplatz und Augenweide, das Mulchen der Beete zum Schutz vor Sonne und Wind und damit auch als Arbeitserleichterung oder die Entwicklung eines anderen Mähkonzepts, was die Pflege erleichtert und Blühpflanzen und Insekten mehr Chancen gibt. So gab es viele Themen zu besprechen, und ich freue mich auf weitere interessante Begegnungen und Naturschutzprojekte in anderen Kirchengemeinden.“

Kirchen stehen im Zentrum von Dörfern und Städten, sind in herausragender Weise sichtbar und werden als besondere Orte wahrgenommen. So wie die Gebäude an sich, können auch ihre Außenflächen besondere Orte sein: Kirchgärten als sozialer, öffentlicher Begegnungsraum, das Kindergartengelände als Ort des Spiels, der Naturerfahrung, der Bewegung und des Rückzugs, das Gelände um die Gemeindehäuser als Ort zum Feiern und Erholen. Gleichzeitig beinhalten die Flächen viel Potenzial, die Artenvielfalt im Siedlungsraum zu fördern. Somit bieten Kirchengemeinden die Möglichkeit, Bildung, Schöpfungsspiritualität und konkreten Artenschutz zu verbinden und dies in Gemeinschaft zu verwirklichen.

Nur vage Ideen, was Sie für die Natur vor Ort machen könnten?
Das ist kein Problem, denn Désirée Winkler kommt gerne zu Ihnen in die Gemeinde, berät vor Ort und unterstützt bei der Umsetzung. Im gemeinsamen Gespräch finden sich bestimmt Möglichkeiten, um Flora und Fauna auf Ihrem kircheneigenen Grundstück und Gebäuden mehr Raum zum Leben zu geben, egal ob eine blütenreiche Hecke, Wildstauden, ein Bibelgarten oder Obstbäume. Manchmal heißt „etwas für die Artenvielfalt zu machen“, eher etwas zu lassen. So kann sich auch die Pflege vereinfachen. Ein Gewinn für alle.
Anschreiben
Bewerbungsformular

Stundennachweis für ehrenamtliche Arbeit

 

 

 

 

Nistkästen und Futterhäuschen als Sonderaktion

Im Jahr 2023 haben wir wieder eine kostenlose Sonderaktion im Rahmen des Projektes „Käferkarawane – Artenvielfalt in Kirchengemeinden“ angeboten: Um die heimischen Vögel und Fledermäuse zu fördern, haben wir  verschiedene Bausätze für Vogelnistkästen, Fledermauskästen oder für ein Vogelfutterhaus verschenkt. Eine gemeinsame Bastelstunde bringt Spaß und Generationen zusammen. Zudem gibt es viele Möglichkeiten zur Ausgestaltung des Themas „Amsel, Meise, Rotkehlchen, Spatz und Fledermaus“ in der Gemeindearbeit.
Die junge, pfälzische Firma „Erdenfreund“ hat die Tierhäuschen geliefert. Sie sind aus regionalem Holz hochwertig gebaut und berücksichtigen die artspezifischen Bedürfnisse der Vögel und Fledermäuse.
Da achtzig Gemeinden und Einrichtungen insgesamt 190 Bausätze bestellt haben, war die Aktion sehr erfolgreich.

 

Bereits umgesetzte Projekte

Kirchengemeinde Altdorf
Der Rasen vor der Kirche wird nun seltener gemäht, sodass sich eine extensiv bewirtschaftete Wiese entwickeln kann. Fotos: Désirée Winkler

Kontakt:
Prot. Pfarramt
Kirchstr. 11
67482 Freimersheim
pfarramt.imgaeu@evkirchepfalz.de

 

und

Auf die Wiese haben Aktive aus der Gemeinde zehn Speierlinge (Sorbus domestica) gepflanzt, davon acht Stück auf dem Kirchengelände, zwei Stück auf kommunaler Fläche. Bürger*innen haben die Bäume gespendet.

 

 

 

Kirchengemeinde Großniedesheim
Es wurde eine Vogelschutzhecke gepflanzt, die aus überwiegend heimischen Gehölzen besteht. Sie hat "Durchschlupföffnungen" zur nachbarlichen Neubebauung,  auch Sitznischen mit Bänken sind noch geplant. Foto: Désirée Winkler

Kontakt:
Prot. Pfarramt
Beindersheimer Str. 3
67259 Großniedesheim
pfarramt.heuchelheim.niedesheim@evkirchepfalz.de

 

 

Kirchengemeinde Pleisweiler-Oberhofen
Die Rasenböschung wird nun seltener gemäht, sodass sich eine extensiv bewirtschaftete Wiese entwickeln kann. Fotos: Désirée Winkler

Kontakt:
Prot. Pfarramt
Petronellastr. 20B
76887 Bad Bergzabern
pfarramt.bad.bergzabern.1@evkirchepfalz.de

 

und

Die vorhandene Bepflanzung an der Kirche wird ergänzt mit Gewürzkräutern und Obstgehölzen.

 

 

 

 

 

Kirchengemeinde Landau-Wollmesheimer Höhe
Der Kirchenvorplatz wurde zu einem öffentlichen Mitmachgarten umgestaltet. Unter dem Motto "Pflanz Dich hin" besteht er nun aus verschiedenen Hochbeeten, Sitzbänken und einem Bücherschrank.
Foto: Désirée Winkler

Kontakt:
Prot.Pfarramt
Ebernburgstr. 2a
76829 Landau
pfarramt.wollmesheimer.hoehe@evkirchepfalz.de

 

 

Kirchengemeinde Weilerbach
Längs der Kirche, in leichter Hanglage, wurden Samen für eine extensiv bewirtschaftete Wiese ausgebracht. Foto: Désirée Winkler

Kontakt:
Prot. Pfarramt
Rummelstr. 20
67685 Weilerbach
pfarramt.weilerbach@evkirchepfalz.de

 

 

Kirchengemeinde Nußbach
Der Hang hinter der Kirche sollte gegen Erosion gesichert werden. Hierfür wurden Kokosmatten verlegt sowie heimische Gehölze und Stauden gepflanzt. Fotot: Désirée Winkler

Kontakt:
Prot. pfarramt
Ortsstr. 30
67806 Dörrmoschel
pfarramt.doerrmoschel@evkirchepfalz.de

 

 

Kirchengemeinde Schopp-Linden
Damit sich mehr Insekten auf dem Gelände ansiedeln können, wurden Insektenhotels aufgestellt. Diese wurden im Rahmen einer Ferienaktion von Kindern und dem Fledermausbotschafter des NABU gemeinsam gebastelt. Fotos: Wolfgang Hust

Kontakt:
Prot. Pfarramt
Waldstr. 12
67707 Schopp
pfarramt.schopp@evkirchepfalz.de

 

und

Als die Fassade der Kirche in Schopp saniert wurde, nutzte man die Gelegenheit und montierte am Turmhelm kombinierte Nistkästen für Mauersegler und Fledermäuse.

 

 

 

 

und

Am Kirchturm in Schopp wurden Nisthilfen für Turmfalken eingerichtet.

 

 

 

 

 

Dreifaltigkeitsgemeinde Speyer
Die bereits vorhandenen Rabatte wurden mit Gewürzkräutern und verschiedenen Sträuchern ergänzt. Die Sträucher stammen aus einem Pflanzenpaket aus der Herbstaktion 2022 des Projektes, ein Rosmarin wurde gespendet. Außerdem wurde ein Wiesensaum mit heimischem, regionalem Saatgut für  innerstädtischen Raum ausgesät. Gegen Ausrocknung dient eine Abdeckung der Saatfläche mit Mulch aus Stroh.
Foto: Désirée Winkler

Kontakt:
Prot. Pfarramt
Holzmarkt 1
67346 Speyer
pfarramt.sp.dreifaltigkeit@evkirchepfalz.de

 

 

Georgenhaus Speyer
Passend zur Arbeitsstelle Frieden und Umwelt, sollte ein Friedensbaum auf der Wiese hinter dem Georgenhaus gepflanzt werden. Wir haben uns für eine veredelte Marone (Castanea sativa ´Doree de Lyon´) entschieden. Am Rand der Wiese soll sich ein extensiv bewirtschafteter Wiesensaum entwickeln. Fotos: Désirée Winkler

Kontakt:
Arbeitsstelle Frieden und Umwelt
Große Himmelsgasse 3
67346 Speyer
desiree.winkler@evkirchepfalz.de

 

und

Es wurde ein Mitmach-Gärtlein angelegt, wo historische Kartoffelsorten angepflanzt werden. Außerdem wurde eine Wildblumenmischung ausgesät , die Trockenheit gut verträgt.

 

 

 

 

und

Eine Eiche (Quercus robur) wurde gespendet und ergänzt nun die vorhandene Parkplatzbegrünung.

 

 

 

 

 

und

Jugendliche der Kirchengemeinde und der Jugendzentrale haben in einer gemeinsamen Aktion einen Kompostbehälter auf dem Gelände errichtet.

 

 

 

 

und

Als Lebensraum für Insektenlarven und Pilze wurde Totholz ausgelegt, was gleichzeitig als Begrenzung dient.

 

 

 

 

Landeskirchenrat Speyer
Dienstgebäude am Domplatz

Eine Springbrunnenanlage, die lange nicht mehr in Betrieb ist, wurde mit Trockenheit verträglichen Gehölzen, Stauden und Kräutern bepflanzt.
Foto: Désirée Winkler

 

 

 

 

Kirchengemeinde Kaiserslautern-Erzhütten
Anlage eines "Klimarasens" mit heimischen Wildkräutern, sowie Umbau des veralteten Spielgerätebereiches mit Insektenhotel/Lebensturm, Steinschüttung, Sandarium für bodenbrütende Wildbienen und Totholz.
Foto: Désiree Winkler

Kontakt:
Prot. Pfarramt
Erzhütter Str. 68
67659 Kaiserslautern
pfarramt.kl.erzhuetten@evkirchepfalz.de

 

Martin-Luther-Kirchengemeinde Neustadt
Am Gemeindezentrum Branchweilerhof Pflanzung einer Vogelschutzhecke entlang des Zaunes zur Straße. Foto: Désirée Winkler

Kontakt:
Prot. Pfarramt
Martin-Luther-Str. 44
67433 Neustadt
pfarramt.mlk-neustadt.1@evkirchepfalz.de

 

 

Geplante Projekte

Kita Villa Meilchen, Kaiserslautern:
Anlage eines Barfußpfades

Kita Einsiedlerhof, Kaiserslautern:
Erweiterung der Außenanlage nach Anbau

Kirchengemeinde Schopp:
Nisthilfen für Turmfalken in den Fensternischen des Kirchturmes

Kirchengemeinde Bolanden:
Anlage eines Sitzplatzes vor der Kirche mit vielfältiger Bepflanzung, sowie   
Nisthilfe für Turmfalken und Fledermäuse am Kirchturm bzw. im Dachboden